Bergbau am Rande des Osterzgebirges

Einführung und Überblick

Das Osterzgebirge geht in einem schmalen, sich von Nordwest nach Südost erstreckenden Bereich, morphologisch in die Dresdner Elbtalweitung über. Naturräumlich wird dieser Bereich als "östliches Erzgebirgsvorland" bezeichnet. Er erstreckt sich über eine Fläche von ca. 225 km2 von Freital im Nordwesten bis Bad Gottleuba-Berggießhübel im Südosten. Die Oberflächenformen sind durch zahlreiche Plateaus und Rückengebiete geprägt, in die sich die Flusstäler u.a. von Gottleuba, Müglitz und Weißeritz tief eingeschnitten haben. Die markantesten Bereiche sind das Becken von Freital und Kreischa (Döhlener Becken) im Nordwesten und das Elbtalschiefergebirge im Südosten.

Geologisch ist dieses Gebiet aufgrund der Nähe zur Elbezone, die eine große mitteleuropäische Bruchzone und zugleich die Grenze zwischen den Granodioritgesteinen der Lausitz und den Gneisgesteinen des (Ost)Erzgebirges darstellt, äußerst abwechslungsreich. Vielfältige tektonische Vorgänge wie Beckenbildungen durch Bruchtektonik, Verfaltungen und Vulkanausbrüche kennzeichneten die geologischen Entwicklung.

Das Gesteinsgerüst des Elbtalschiefergebirges besteht aus teils stark verfalteten kristallinen Komplexen und Metamorphiten wie Diabasen und Diabastuffen, Dolomiten, Grauwacken, Kalksteinen, Phylliten und Quarzen. Prävariszische Tiefengesteine wie der Dohnaer Granodiorit, der Markersbacher Granit und der Gottleubaer Turmalingranit waren in ihren Kontakthöfen zu den Hüllengesteinen für verschiedene Erzbildungen verantwortlich.

Das Döhlener Becken ist hingegen mit über 800 Meter mächtigen Sedimenten aus dem Oberkarbon und dem Rotliegenden gefüllt. Dabei handelte es sich vorwiegen um Pyroklasten, Sandsteine und Konglomerate. Darin eingeschlossen sind mehrere Kohlenflöze aus dem Unterrotliegenden.

Die geologische Situation gab den Anlass zu vielfältigen Bergbauaktivitäten, die sich wie folgt gliedern lassen:

Erzbergbau im Elbtalschiefergebirge: Zentrum des Bergbaus war die Bergstadt Berggießhübel mit ihren ergiebigen Eisen- und Kupferzlagerstätten. Der Berggießhübeler Bergbau reicht urkundlich bis ins 14. Jahrhundert zurück, ist aber wahrscheinlich noch älter. Das hier geförderte Magneteisenerz (Magnetit) war besonders hochwertig und erlangte bereits im 16. Jahrhundert als "Pirnisch Eisen" überregionale Bekanntheit. Nach einer ersten Blütezeit in den Jahrzehnten vor dem Dreißigjährigen Krieg folgte eine längere Niedergangs- und Stagnationsphase, die erst im Zuge der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts endete. Der Bergbau blüte nochmals für wenige Jahre auf, bevor er 1892 weitgehend eingestellt wurde.

Auch an weiteren Stellen des Elbtalschiefergebirges wurde u.a. um Bad Gottleuba, Borna-Gersdorf, Nentmannsdorf, Niederseidewitz und Friedrichswalde-Ottendorf Erzbergbau vorrangig auf Eisen und Silber betrieben, der vom Umfang her aber weit hinter dem Berggießhübeler Bergbau zurückblieb. Dieser "Kleinbergbau" ist zudem aktenmäßig nur unzureichend erfasst, so dass die Informationen darüber deutliche Lücken aufweisen.

Kalkabbau im Elbtalschiefergebirge: Neben dem Erzbergbau fand im Elbtalschiefergebirge über Jahrhunderte hinweg ein intensiver Kalkabbau statt, der teilweise auch im Tiefbau erfolgte. Räumlich war die Kalkförderung teilweise mit der Erzförderung verbunden. Zentren des Kalkgewerbes waren Borna, Maxen und Nentmannsdorf.

Kohle- und Uranbergbau im Döhlener Becken: Der Bergbau auf den Kohlenflözes des Döhlener Beckens reicht urkundlich bis 1542 zurück. Eine Intensivierung des Abbaus erfolgte ab Ende des 18. Jahrhunderts und insbesondere im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1900 erreichte der Abbau aller Gruben mit einer Förderleistung von 661.000 Tonnen ihren Höhepunkt. Nach dem ersten Weltkrieg traf ein schrittweiser Rückgang des Steinkohlenbergbaus ein, der 1967 endete.

Da ein Kohlenflöz auch über uranführende Bänke verfügte erfolgte ab 1947 bis 1989 mit Unterbrechungen auch die Förderung dieser Uranerze durch die WISMUT. Aus dieser letzten Bergbauperiode heraus finden bis heute noch Verwahrungs- und Sanierungsarbeiten statt.

Im Rotliegenden des Döhlener Beckens erfolgte zudem die Kalkgewinnung am Windberg bei Niederhäslich. Hier wurden um 1900 zahlreiche Saurierskelette in den Kalksteinbänken gefunden, so dass auch vom "Saurierkalkstein" von Niederhäslich gesprochen wird.

 

Bergbaustätten im Porträt

Eisen- und Kupfererzbergbau in Berggießhübel >>> Berggießhübel

Erzbergbau in der Umgebung von Berggießhübel >>> Erzbergbau in der Umgebung von Berggießhübel

Bergbau im Döhlener Becken >>> Döhlener Becken / Freital

Kalkabbau bei Maxen >>> wird noch ergänzt

Kalkabbau bei Borna >>> wird noch ergänzt

Kalkabbau bei Nentmannsorf >>> wird noch ergänzt

Die rätselhafte Halden- und Pingenlandschaft der Dohnaer Spargründe >>> Spargründe Dohna

 

Literatur und weiterführende Informationen

Elbtalschiefergebirge

Döhlener Becken