52. KW 2017

Komm gesund wieder

Die Bergbaufreunde verabschieden sich mit einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 2017. Der alte Wunsch nach einer glücklichen und gesunden Heimkehr begleitet die Bergleute bis heute. Und so wünschen auch wir allen am Bergbau Interessierten für das Jahr 2018 erlebnisreiche und v.a. gut und gesund verlaufende Befahrungen. Passt auf euch auf! Glück Auf! 

 

46. KW 2017

Kalkwerk Herold im Erzgebirge

Der Abbau von Kalk in Herold nahe Thum im Erzgebirge reicht bis ins späte 17. Jahrhundert zurück. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Förderung im Tagebau, ab 1854 ging man zum Tiefbau über. Im Zweiten Weltkrieg sollte in den untertage-Bereichen des Werkes ein Junkers-Flugzeugwerk eingebaut werden, das Kriegsende verhinderte die Realisierung dieser Arbeiten. Kalkabbau und -verarbeitung wurden mangels Rentabilität 1985 eingestellt und die untertage-Bereiche weitgehend verwahrt. Die übertägigen Anlagen mit den markanten Kalköfen blieben weitgehend erhalten und sind als technisches Denkmal geschützt.


 

45. KW 2017

Bergmannskanzel in der Kirche St. Wolfgang in Glashütte (Sachsen)

Die Entdeckung von Silbererzen führte um 1490 zu einem sich rasch entwickelnden Bergbau in Glashütte. Das Gotteshaus der Bergleute war ursprünglich eine schon vorhandene Kapelle, die nach dem Bischof St. Wolfgang, einem Schutzheiligen der Bergleute, benannt wurde. Die Kapelle wurde ab 1520 zu einer Kirche umgebaut, wobei sich der Umbau bis 1579 (Fertigstellung des Turmes) hinzog. Eine Besonderheit der Kirche ist die holzgeschnitzte Bergmannskanzel (1650), die von einem Bergmann gestützt wird. Seine Kleidung gibt ein authentisches Bild der Bergleute des 17. Jahrhunderts wieder.


 

44. KW 2017

Markus Semmler / Schacht 15 IIb

Der ab 1503 aufgefahrene "Marx-Semler-Stolln" ist bis heute der wichtigste Entwässerungsstollen im Schneeberger Bergbaurevier. Das Stollensystem erreichte durch jahrhundertelangen Vortrieb eine Länge von 220 Kilometern und bildet damit das längste Stollensystem in Deutschland. Der Schneeberger Bergbau konzentrierte sich vorrangig auf den Abbau von Silber, Kupfer, Kobalt und Wismut. Ab dem 19. Jahrhundert gewann die Uranförderung an Bedeutung, die ab 1946 durch das Bergbauunternehmen WISMUT intensiviert wurde. Dafür wurde u.a. der Schacht 15 IIbis (abgekürzt als 15 IIb) neu abgeteuft. Dieser Schacht ist seit 1999 als Besucherbergwerk bis zum Niveau des alten Stollens zugänglich. Das Foto zeigt ein Streckenkreuz in diesem Bereich.


 

43. KW 2017

Kalkwerk Hammerunterwiesenthal

Der Kalkabbau reicht hier wohl bis ins frühe 16. Jahrhundert zurück. Ein Kalkofen wird erstmals 1741 erwähnt. Die verschiedenen Bereiche der Lagerstätte wurde im Laufe der Jahrhunderte in unterschiedlicher Intensität bebaut. Ab etwa 1900 verlagerte sich der Abbau zunehmend vom Tagebau in den Tiefbau. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts erfolgte jedoch die Einstellung des Abbaus, untertägige Verwahrungsarbeiten werden noch durchgeführt.


 

42. KW 2017

Bergbau in der erzgebirgischen Kunst

Das Foto zeigt zwei Bergmannsleuchter aus Zinn aus der Zeit um 1800. Frühzeitig fanden im Erzgebirge Bergleute und bergmännische Motive ihren Eingang in die Ausstattung der Kirchen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kamen in immer mehr Kirchen große aus Zinn gegossene Bergmänner als Träger der Altarkerzen in Gebrauch, sie wurden dabei oft paarweise verwendet. Ausgangspunkte der Verbreitung waren die Kirchen in Zöblitz, Bockau, Sosa, Schellerhau, Geising und Crandorf. Oftmals stifteten reiche Bergunternehmer die Anschaffung der Leuchter, die vom Wohlstand der Stifter wie auch der Berggemeinde kündeten.


 

41. KW 2017

Hammerwerk Schmalzgrube

Blick auf den Hochofen und das Herrenhaus des ehemaligen Hammer- und Eisenwerkes Schmalzgrube im Erzgebirge. Die Anlage geht auf ein vermutlich um 1400 errichtetes Hammerwerk zurück. Der Hochofen, der 1659 errichtet wurde, gehört zu den wenigen erhaltenen historischen Hochöfen im Gebiet der Neuen Bundesländer. Im Hintergrund ist das 1766 erbaute Hammerherrenhaus zu sehen. Die Eisenproduktion und -verarbeitung wurde hier 1870 eingestellt. Das Herrenhaus wurde seit 1937 als Kinderheim genutzt und dient heute als Kinder- und Jugenderholungsheim. Das ehemalige Hammerwerk mit Hammerherrenhaus und Hochofen sind Teile des Montangebietes Jöhstadt, einer ausgewählten Stätte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge. Die Anlage steht stellvertretend für die vorindustrielle Eisenerzverhüttung im Erzgebirge. Von den einst zahlreich vorhandenen Hochöfen des Erzgebirges blieb einzig der Hochofen in Schmalzgrube erhalten.


 

20. KW 2017

Am Röhrgraben

Das Foto zeigt den Röhrgraben bei Ehrenfriedersdorf im Erzgebirge. Der vermutlich im 14. Jahrhundert angelegte Graben diente dem Ehrenfriedersdorfer Zinnbergbau bis 1990 zur Heranführung von Brauchwasser zur Zinnaufbereitung. Er war damit der älteste noch in Betrieb befindliche Kunstgraben Deutschlands. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Röhrgrabenwasser auch durch die Ehrenfriedersdorfer Textilindustrie genutzt. Zwischen 1999 und 2002 wurde der Röhrgraben denkmalgerecht instand gesetzt. Entlang des Grabens führt im Bereich des im Bild zu sehenden Greifenstein-Waldes ein Wanderweg.


 

19. KW 2017

Kaue der Brikettfabrik Knappenrode

Die Brikettfabrik Knappenrode im Lausitzer Braunkohlenrevier wurde ab 1913 errichtet. Ursprünglich waren Fabrik und die benachbart errichtete Werkssiedlung nach Joseph Werminghoff, dem Generaldirektor der Braunkohlengesellschaft Eintracht, benannt. Bis 1946 galt die Fabrik als modernste Brikettfabrik Deutschlands. Der Name wurde 1950 in Knappenrode geändert. Die Fabrik arbeitete bis 1993. Sie kann seit 1994 als "Energiefabrik Knappenrode" besichtigt werden. Die Anlage ist das größte Bergbaumuseum des deutschen Braunkohlenbergbaus und seit 2005 ein Teil der Europäischen Route der Industriekultur. Die 25 Hektar große Museumslandschaft umfasst neben der nahezu vollständig erhaltenen Brikettfabrik samt Kraftzentrale weitere Ausstellungsbereiche in einer 25 Hektar großen Museumslandschaft.

 

18. KW 2017

Der Kristberger Flügelaltar von 1477/78

Die Anfänge des Bergbaus auf Eisen, Silber und Kupfer im Montafon im österreichischen Vorarlberg reichen über 1.000 Jahre zurück. Nachdem Mitte des 15. Jahrhunderts reiche Silberadern am Kristberg entdeckt wurden, errichteten die Bergleute eine Bergknappenkapelle, angeblich als Dank für die Errettung aus einem eingestürzten Stollen. Der Kristberger Flügelaltar wurde 1477/78 in einer süddeutschen Werkstatt für die neue Kirche von Silbertal gefertigt und gelangte im Laufe der Geschichte aber in die Bergknappenkapelle St. Agatha. Er zeigt auf der Rückseite die beeindruckende Darstellung eines mittelalterlichen Bergmanns, möglicherweise soll dies der Hl. Daniel sein. Der Altar hat eine bewegte Geschichte. Er wurde, nachdem er 1887 noch bei einer Ausstellung gezeigt wurde, 1902 in Privatbesitz verkauft und wechselte seitdem mehrfach den Besitzer. Erst 2015 gelang bei einer Versteigerung die Rückholung nach Vorarlberg.

 

 

17. KW 2017

Das Schwazer Bergbuch von 1556

Der Ort Schwaz in Tirol hatte wegen seiner reichen Silber- und Kupfererzvorkommen im 15. Jahrhundert eine überregionale Bedeutung erlangt und nahm im europäischen Bergbau eine führende Position ein. 1523 soll es hier eine Ausbeute von reichlich 15 Tonnen Feinsilber gegeben haben, gefördert von etwa 4.000 Bergleuten in über 140 Gruben.

Der ehemalige Berggerichtsschreiber Ludwig Läßl (gest. 1561) verfasste mit dem Schwazer Bergbuch einen Überblick über die bergtechnischen, bergrechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse jener Zeit. Der Inhalt des Buches reicht von bergrechtlichen Bestimmungen, der Bedeutung des Bergbaus für den Landesfürsten, Tätigkeiten, Maßen und Werkzeugen der Bergleute bis zu Gerichtsverfahren und Musterentscheidungen.
 
Das Buch wurde nicht gedruckt, sondern in nur wenigen Exemplaren handschriftlich verfaßt und teils farbenprächtig illustriert. Im Gegensatz zum etwa zeitgleich veröffentlichten Werk "De re metallica" von Georgius Agricola stehen beim Schwazer Bergbuch die im Bergbau tätigen Personen und weniger die Maschinen und Vorrichtungen im Mittelpunkt.


 

16. KW 2017

Prag - Fördertunnel des Kalksteinbruchs Požary I

Das dicht bebaute steinerne Labyrinth der Prager Altstadt hätte kaum in dieser Größe entstehen können, wäre die Stadt nicht an einer so günstigen Stelle gelegen. Wasser und Holz aus ausgedehnten Wäldern einerseits, Plänersandstein und Kalkstein andererseits waren unmittelbar im Stadtgebiet oder sehr nahe verfügbar.  

Die Kalksteinbrüche des sogenannten Böhmischen Karsts lagen direkt südlich der Stadtgrenze an der Moldau und entlang der südwestlich Prags gelegenen Seitentäler. Heute ist die Stadt über ihre mittelalterlichen Grenzen weit hinaus gewachsen, so dass die einstigen Steinbrüche in unmittelbarer Umgebung dicht besiedelter Stadtteile zu finden sind. Daher ist es möglich Industrierelikte, geologisch hochinteressante Aufschlüsse und Bergbauspuren im urbanen Umfeld zu erkunden. Ein Beispiel ist der ehemalige Kalksteinbruch Požary I (zu deutsch Feuer I), dessen 1930 eingerichteter Förderstollen befahren werden kann. Die Errichtung solcher Bauten war nötig, da Kalkstein hier selektiv gewonnen wurde. Das heißt, die fast senkrecht lagernden Kalksteinschichten wurden nur dort im Tagebauverfahren abgebaut, wo die Qualität besonders hoch war. Um die Abbaubereiche ohne Steigungen erreichen zu können wurden dann Durchstiche oder Stollen nötig. Stollen wurden außerdem auch zur Lagererkundung vorgetrieben.


 

 

15. KW 2017

Deutschkatharinenberg, Blick in den Fortuna-Schacht der Fortuna-Fundgrube

Der Bergbau auf Silber und Kupfer reicht hier tief im Erzgebirge an der sächsisch-böhmischen Grenze bis ins frühe 16. Jahrhundert zurück und wurde mit mehreren Unterbrechungen bis in die 1880er Jahre betrieben. Der Fortunastollen wurde 1998 durch Zufall (wieder)entdeckt, aufgewältigt und zum Besucherbergwerk ausgebaut.

Bis heute bestehen Vermutungen, dass hier am Ende des Zweiten Weltkrieges das Bernsteinzimmer oder andere Kunst- und Kulturschätze eingelagert wurden. Zwischen Herbst 1944 und dem Kriegsende im Mai 1945 soll hier von Mitgliedern einer Wehrmachtseinheit Geheimdepot für Kunst- und Kulturgut angelegt worden sein. Darüber hinaus gebe es Unterlagen, die bestätigen, dass in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wertvolle Kisten nach Deutschneudorf gebracht worden sind. Bei der Wiederaufgewältigung der Grube wurde u.a. eine Maschinenpistole, ein Gasmaskenbehälter und Uniformreste aus schwarzem Tuch aus der NS-Zeit geborgen.

Unter der Initiative des ortsansässigen Unternehmers Heinz-Peter Haustein wird dieses Kapitel der Bergwerksgeschichte bis heute erforscht. Das Bernsteinzimmer wurde dabei bislang noch nicht gefunden, aber wer weiß, was die Zukunft noch für Überraschungen birgt...


 

14. KW 2017

Freital, Bergbaumuseum auf Schloss Burgk

Der Steinkohlenbergbau im Döhlener Becken bei Freital unweit von Dresden nahm im 19. Jahrhundert einen starken Aufschwing. Die Intensivierung des Abbaus war mit der Einführung verschiedener Neuerungen verbunden. Dazu zählte auch die erste elektrische Grubenlokomotive der Welt. Die "Dorothea" (lat.: Geschenk Gottes") genannte Lok wurde von Siemens & Halske in Berlin gebaut und kam ab 1882 bis 1927 im Königlichen Steinkohlenwerk Zauckerode zum Einsatz.


 

13. KW 2017

Osterzgebirge, im Altbergbaugebiet der Zinnklüfte Niederpöbel

Unweit von Niederpöbel gaben mehrere Zinngänge mit teils großen Zwitterzonen Anlass zu einem Bergbau, von dem heute zahlreiche Pingen, Halden, Verbrüche, kleine Stollen und Schächte sowie Weitungsbaue zeugen. Interessant sind dabei insbesondere die Spuren des Abbaus mittels Feuersetzen. Über die Geschichte dieses Bergbaus liegen nur wenige Informationen vor. Die früheste Nennung von Zinn aus der Zinnkluft stammt vermutlich aus dem Jahr 1503. Anfang des 17. Jahrhunderts ging ein intensiver (Raub)Abbau um, der im Dreißigjährigen Krieg zu Grunde ging. Spätere Bergbauversuche blieben wohl weitgehend erfolglos, so dass sich das Gebiet bergbaulich noch wie vor über 300 Jahren präsentiert.


 

12. KW 2017

Pirna, im Quellstollen des Erlpeterbrunnens

Der Erlpeterbrunnen ist der bekannteste der zahlreichen Brunnen in der Pirnaer Altstadt. Die Wasserversorgung der Stadt basierte über Jahrhunderte auf zahlreichen Quellen, die am südlichen Hang der Elbleite unterhalb von Schloss Sonnenstein entsprangen. In der Vergangenheit wurden diese Quellen durch hölzerne Wasserleitungen gefasst und das Wasser so in die Stadt geleitet. Die Quelle des Erlpeterbrunnens war besonders wichtig, da sie als einzige innerhalb der Stadtmauer lag.

Eine alte Chronik berichtet, dass die Quelle Mitte des 16. Jahrhunderts durch einen Stollen gefasst wurde. Dieser Erlpeterquellstollen, der eigentlich aus zwei, teilweise sehr niedrige Stollenarmen besteht, ist den wenigsten Pirnaern bekannt. Sein Wasser versorgt heute noch neben dem Erlepeterbrunnen auch den Fischkopfbrunnen und den Brunnen an der Ostseite des Kirchplatzes.