Kalkgrube am Stangenwald unter Venusberg

Unterhalb des Dorfes Venusberg findet sich am rechten Hang ein ehemaliger Kalkbruch. Man erreicht diesen, wenn man vom Dorf aus kommend einem rechts von der Straße abzweigenden Fahrweg folgt. Im Gelände findet man zwar deutliche, aber insgesamt wenig markante Spuren der Kalkgewinnung. Direkt am Fahrweg könnte eine Böschung den Standort des ehemaligen Kalkofens markieren, oberhalb liegen am Hang zahlreiche Halden und Pingen und weiter hangaufwärts zeigt sich eine Art verbrochener Tagebau in welchem nur an wenigen Stellen das anstehende Gestein frei liegt. Überraschend ist, das noch etwas weiter oberhalb, nur wenig entfernt von der Feldkante ein kurzer Stollen zu entdecken ist, der eine winzige Abbaukammer erschließt.

 

Ausschnitt aus dem Meilenblatt (Freiberger Exemplar).

Über diesen Abbaubereich des Kalksteins unterhalb von Venusberg ist bisher wenig bekannt. Im Gegensatz zu den nahen Vorkommen Grießbach und Humboldtschacht dürfte das Ausmaß des Abbaus auch geringer gewesen sein. In den Meilenblättern ist der südliche Hang des Venusberger Baches als Stangenwald bezeichnet. Daher könnte man von der "Kalkgrube im Stangenwald" sprechen. In der Publikation "Marmor im Erzgebirge (Hoth et. al. 2010, Anlagen) wird das Vorkommen unter dem Namen "Venusberg II" verzeichnet. An Informationen wurde dort Folgendes zusammengetragen: der gewonnene Rohstoff war ein sehr feinkristalliner Kalzitmarmor, der fast dolomitfrei war. Die Ersterwähnung der Kalkgrube erfogte 1874, der Abbau muss aber weit früher begonnen worden sein. Dies zeigt sich ja bereits in der Eintragung in den Meilenblättern, welcher das Bestehen bereits für das späte 18. Jahrhundert beweist. Damals existierte hier ein Kalkofen, direkt am Bruch gelegen. Allerdings war bereits 1880 der Betrieb eingestellt und die Baue sollen damals schon unzugänglich gewesen sein.

Darstellung in der geologischen Karte. Deutlich wird das geringe Ausmaß der Lagerstätte.


Bergamtsakten scheinen für diesen Standort nicht vorhanden zu sein. Es lässt sich somit wohl kaum noch ein Weiteres an Informationen über diesen ehemaligen Kalkbruch herausfinden. Auch ist hier im Gelände nicht allzu viel zu entdecken. Spannend ist allenfalls der kurze Stollen, der sich weit oben am Hang befindet. Weshalb man hier knapp unter der Hangschulter noch im Tiefbau gearbeitet hat kann vielleicht damit begründet werden, dass man ein Abtragen der Ackergrume vermeiden wollte und das angrenzende Feld lieber zu unterteufen versuchte.
 


Der Hügel rechts des Fahrwegs könnte der ehemalige Kalkofen sein.

Übersicht über den Abbaubereich.

Noch ein Blick über den Abbaubereich.

Blick in den Stollen.

Die kleine Abbaukammer liegt voller Schutt.

Blick auf den Stollen am oberen Hangende.

Blick aus dem Stollen.

In der kleinen Abbaukammer.

Bruchwand im Tagebaubereich.